Endspurt im Atelier

Fertigstellen, aufräumen, Harz gießen und ein bisschen Glanz einfangen

Open Studio in „The Booth“

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen des Endspurts. Meine Kunstwerke wurden fertiggestellt und für die Website sowie meine Social Media Kanäle fotografiert. Unbedingt wollte ich die Bilder noch in Shetland aufnehmen. Die Kaimauer und die Umgebung des Ateliers boten einfach die perfekte Kulisse.

Bevor es soweit war, musste allerdings noch der letzte Arbeitsschritt erfolgen, das Vergießen mit Kunstharz. Dafür hieß es erstmal Atelier aufräumen. Durch meine Arbeit mit Blattgold und Blattsilber war der Raum übersät mit kleinen funkelnden Flocken. Sie segelten bei jedem Luftzug fröhlich durch den Raum. Hübsch anzusehen, aber in flüssigem Kunstharz eher eine Katastrophe. Also bewaffnete ich mich mit Besen und Staubsauger und startete eine kleine Jagd auf die schillernden Blättchen. Danach wurde das Atelier sorgfältig vorbereitet. Folien ausgelegt, die Kanten der Werke abgeklebt, alles auf Position gebracht.

Da das Kunstharz über Nacht trocknen musste, war das Atelier zwei Tage lang tabu. Wir nahmen das sportlich und nutzten die Zeit für zwei herrliche Ausflüge.

Der Moment, wenn das Harz gegossen ist, bleibt für mich immer wieder faszinierend. Schon beim Auftragen bekommen die Farben eine ungeahnte Tiefe und beginnen regelrecht zu leuchten. Mein größter Reflex ist dann, die Oberfläche anzutippen, was ich mir natürlich streng verkneife. Denn jede Berührung in den ersten 24 Stunden würde Fäden ziehen oder unschöne Spuren hinterlassen.

Oft werde ich gefragt, ob man das Harz nicht einfach schleifen könnte. Schließlich hätte man das schon hier und da gesehen. Bei meinen Werken geht das allerdings nicht. Würde ich schleifen, bestünde die Gefahr, auch die matten Strukturteile zu beschädigen. Für mich ist das Kunstharz der letzte und endgültige Schritt, der ein Werk abschließt. Fehler sind da nicht vorgesehen. Dieser Moment erfordert absolute Konzentration. Und manchmal auch die Gelassenheit, die Finger 24 Stunden lang bei sich zu behalten.